Infobrief 28 "Ich schaff' das alles nicht!"

"Ich schaff' das alles nicht!"

Wie oft hören wir diese Klage von anderen Menschen. Aber jetzt schauen wir einmal auf uns selbst. Es ist kein fröhlicher Ausdruck der Lebendigkeit. Es geht einher mit Stöhnen, Klagen oder Jammern. Das Elend, aus dem wir dann bestehen, sieht zu viele oder zu schwere Aufgaben vor sich. Das Elend ist Angst, nicht alles zu bewältigen, was von anderen erwartet wird oder was man sich selbst auferlegt hat.
Ja, bin ich denn bescheuert, mir selbst das Leben schwer zu machen, mein Immunsystem zu schwächen durch negative Gedanken und schließlich damit noch meine Mitmenschen zu nerven? Ich habe damit aufgehört, als ich endlich nach vielen Jahren begriffen habe:
Erstens: Es gibt immer mehr zu tun, als ich im Moment schaffen kann. Das wird mein ganzes Leben lang nicht aufhören. Zweitens: Ich kann sowieso in jedem Moment immer nur eine Sache tun.
Ich habe Lust, es jedem zu erzählen. Vielleicht benötigt dann der eine oder die andere LeserIn keine Jahre mehr, um liebevoll und intelligent mit sich umzugehen.
Es sind Gedankenviren in deinem Kopf, die dir einreden, du müsstest alles schaffen. Wer hat sie in deinen Kopf eingeschleust? Es waren die Menschen, die sich selbst immer unter Druck gesetzt haben und dir dieses „Schaffen müssen“ vermutlich schon als Kind eingeredet, vielleicht sogar eingeprügelt haben. Sie haben es selbst nicht anders gelernt. Und vielleicht wollten sie auch, dass du alles schaffst, um ihnen die Arbeit abzunehmen. Du hast es damals nicht durchschaut und musstest die Viren in dein Gehirn hineinlassen. Seitdem glaubst du, dass dieser Druck notwendig sei.
Aber dein unverwüstlicher Virenscanner ist intakt. Er hat die Aufgabe, schädliche Gedankenviren aufzuspüren, damit du sie löschen kannst und es dir gut geht. Wenn du wieder diesen Gedankenvirus „ich muss alles schaffen“ aktivierst, sagt dein Scanner – das ist nämlich dein Gefühlsleben: „Du Dummkopf, hör doch damit auf, du kannst doch sowieso immer nur eines tun. Egal, was deine Mutter oder dein Chef von dir verlangen. Und bis zu deinem Tod wird immer etwas liegen bleiben. Wenn du das nicht kapierst, schicke ich dir solange schlechte Gefühle, bis du die Viren durchschaust. Schau doch, wie es dir geht mit diesem Schaffen-Müssen-Virus. Deine ganze Lebensfreude geht baden, wenn du ihm folgst. Lösche ihn sofort und denke nie wieder „Ich schaffe das alles nicht“. Erstens hast du dann alle notwendige Energie, das zu tun, was als nächstes ansteht. Zweitens fütterst du nicht mehr die Angst mit deiner Energie. Drittens geht es dir dann auch wieder gut.“ Durch die negativen Gefühle spricht dein unbestechlicher Freund, dein Virenscanner, der immer auf dich aufpasst, zu dir. Du sollst dich von den Virengedanken befreien, die andere in deinem Gehirn installiert haben. Wenn du nicht mehr den Viren folgst, sondern dem, was das Leben wirklich verlangt, dann geht es dir wieder richtig gut.  

Kommentare:

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Bisherige Kommentare: 1
Dennis Pomrehn 17.06.2014
13:52:00
Hallo Wolfgang,

ich finde: wunderbar geschrieben!

Der Text macht mich nachdenklich und berührt mich ungemein.

Liebe Grüße aus Bochum
Dennis
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18.04.2014

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