Infobrief 20: Warum schreibe ich Infobriefe? ( I )

Wenn ich meine Sensibilität und Verletzlichkeit nicht knechte mit Besserwisserei, dann mag sich spontan das Glücksgefühl mit seiner Gegenwärtigkeit und Verbundenheit zeigen. Dann fließe ich über vor Einsichten in diese Zusammenhänge mit den Berührungen des Lebens. Täglich könnte ich einen Infobrief schreiben, wenn es nicht noch so viel Fantastisches zu erleben gäbe.

Im Überfluss des Lebens, der mich wunderbar heimsucht, will ich nicht ertrinken. Trinkt mit, ihr Leser, wenn ihr wollt. Ich teile diese Lebendigkeit samt Licht und Schatten von Herzen gern. Ich teile euch mit, was ihr und der Rest der Welt mit mir geteilt habt. Das gilt für uns alle: Sobald wir uns berühren lassen, dehnt sich durch gegenseitige Inspiration unsere Lebendigkeit aus. Für mich ist das „Leben im Reichtum“: Wahrnehmen, spüren, handeln und verbinden durch Teilen.

Liebe Leser, ich habe gerade einen Schreibkurs bei Andreas Altmann erlebt und genossen. Er hat meinem Schreibstil gehörig den Kopf gewaschen. Erstens: Reinlich solle ich schreiben. Reinlich heißt für AA: präzise benennen, was für mich stimmig ist. Weder untertreiben, noch übertreiben. Und auch nicht den Leser im Nebel stehen lassen, wo Klarheit gefordert ist. Zweitens: Wenn das Gebäude meiner Gedanken fest gegründet und reinlich aufgebaut ist, dann kann und soll ich - wie jeder Schreibende - arbeiten wie Hundertwasser und das Haus herausputzen. Lebendige Wörter und Sätze finden, die den Leser dazu verführen, mit mir bis zum Ende des Textes zu gehen. Das gefällt mir sehr. Doch ob es mir gelingt bei meinen Themen, das müsstet ihr mir zurückmelden.

Auch wenn mir das Schreiben große Freude macht, ich schreibe nicht zum Spaß. Ich nehme das Leid auf dieser Welt sehr intensiv auf. Hinter der Fassade von zwanghafter Bespaßung kann ich die Oberflächlichkeit, Langeweile und Gleichgültigkeit nicht übersehen. Und wenn ich noch genauer hinhöre und tiefer sehe, dann nehme ich das unaufhörliche Stampfen der AngstGiermaschine wahr, die uns seit Tausenden von Jahren antreibt. Leid ist ihr Produkt. Leid für den Betreiber der Maschine wie für die Welt um ihn herum.

In jahrelanger Beobachtung habe ich den Aus-Schalter entdeckt. Er ist zugleich ein Um-Schalter und eindeutig an drei Warnsignalen zu erkennen: „Negative Gefühle, Streiterei, körperliche Beschwerden.“ Du selbst bist die Maschine und kannst den Schalter bedienen, und zwar so: Sobald die Intelligenz des Lebens dir diese Warnsignale zeigt, höre auf, dagegen zu kämpfen, sondern schaue ganz genau hin, was du gerade machst. Das ist die einzige Art, wie der Schalter sich umlegen lässt, so dass die Maschine die Produktion von Angst und Gier beendet. Der Geist wird still, der Raum öffnet sich für Verbundenheit und Liebe, für Intelligenz und Kreativität. Innere Freiheit ist das Erkennungszeichen, dass deine Maschine jetzt Glücksgefühle produzieren kann.

Aber berausche dich nicht an diesen Worten. Sie sind wertlos, solange du es nicht wirklich TUST. Darin möchte ich dich mit meinen Infobriefen unterstützen. Wenn du die Maschine deines Lebens richtig bedienst, dann geht es dir gut, und du bringst Gutes in die Welt.

Und warum ist mir dies eine solche Herzensangelegenheit, dass ich stundenlang sitze und Infobriefe mir „von der Seele“ herunter schreibe? Weil ich dabei so viel Freude an unserer Begegnung habe, viel mehr, als wenn ich dich ausnutze oder gegen dich konkurriere. Ich bin wie jeder Mensch ein unverbesserlicher Egoist, allerdings von einer besonderen Art: Einer, der begriffen hat, dass es mir nur dann wirklich gut geht, wenn es dir auch richtig gut geht und wir zusammen unsere Welt gestalten. Mit Kreativität und Energie, die uns überreichlich zuwachsen, wenn wir kooperieren. Also mach schon und kümmere dich um dein Leben, falls du es bisher noch nicht ernst nimmst.

Kommentare:

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Bisherige Kommentare: 1
Eman 16.11.2013
14:52:00
Vor einigen Jahren gab es im Fernsehen eine Sendung über Zukunftsvisionen. Ein interviewter sagte: \\"Was wir für die Zukunft brauchen, sind nicht Altruisten, sondern weitsichtige Egoisten\\". \r\n\r\nDies klang für mich sofort wahr. Altruismus kann man nicht lange aufrechthalten ohne dabei selbst unter die Räder zu kommen. Aber wenn man akzeptiert, für sein Glück auch Andere zu brauchen (nicht nur die engste Family, man braucht dummerweise uns ALLE), dann hat man Interesse daran, den Anderen zumindest nicht zu schaden.
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31.10.2013

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