Infobrief 19: Neid vergiftet

Auf dem Treffen eines Kreises Andersleben ergab sich die Frage, was Neid ist. Einer der Teilnehmer sagte spontan: "Neid ist die Potenzierung von hausgemachtem Mangel". Er konnte nicht sagen, wieso er darauf kommt. Es sei ihm einfach zugeflogen. Und allen Personen war sofort klar, dass dies richtig ist. Wir klammern einmal die extremen äußeren Umständen aus, wenn ein Mangel, z.B. an Nahrung, das Leben bedroht. In unserem normalen alltäglichen Leben empfinden wir erst dann Mangel, wenn wir uns vergleichen mit anderen, die "mehr" haben. Deshalb ist unser Mangelgefühl hausgemacht. Wo kein Vergleich stattfindet, gibt es ansonsten auch keinen Mangel.

Wenn wir dann demjenigen, der "mehr" hat, dieses neiden, dann nimmt unser Mangelgefühl immer weiter zu. Der Neid potenziert unseren hausgemachten Mangel. Wir wissen alle, dass dies bis zu Mord und Totschlag auf der persönlichen Ebene und auf der gesellschaftlichen Ebene bis hin zu Kriegen führt.

Wer aus Neid gemein oder gewalttätig wird, steht so sehr unter Druck, dass er gar nicht mehr anders kann. Sein Gehirn ist so sehr durch das Vergleichen und Habenwollen vergiftet, dass er keine Liebe und Zuneigung mehr empfinden kann. Wer ist gern mit einem neidischen Menschen zusammen? Neid trennt die Menschen von einander. Das macht definitiv krank. Denn unser Nervensystem weiß, dass es uns nur in guter Verbundenheit wirklich gut geht, weil dann der biologische und emotionale Stoffwechsel mit der Umwelt optimal funktioniert. Der Körper reagiert ebenfalls negativ auf den Neid. Die Gesichter der neidischen Menschen werden auf die Dauer häßlich, schmale Lippen und ein verbissenes Gesicht sind oft ein Kennzeichen.

Eifersucht ist auch eine Form von Neid - ein heißes Thema.

Neid ist ansteckend, wenn man nicht aufpasst. Die Werbefachleute wissen das. In immer mehr Werbung werden wir ganz offen zum Neid verführt. Wir sollen uns mit neidischen Menschen identifizieren. Neid macht nicht nur den Einzelnen krank. Unsere Gesellschaft, die Vergleichen z.B. durch Schulnoten und Neid aktiv fördert und fordert, ist krank. Deshalb ist sie nicht in der Lage, auch nur eines der vielen Probleme zu lösen. Nur Menschen, die sich daraus befreien und ohne Neid kooperationsfähig sind, können neue, mitmenschliche Strukturen schaffen, die unseren natürlichen Bedürfnissen entsprechen. Wir wollen nicht an den Selbstzweifeln durch Vergleichen und am Neid ersticken. Wir wollen lieben und uns des Lebens freuen!

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31.10.2013

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