Infobrief 24: Nie wieder Ärger Teil 1

Wenn wir uns ärgern, geht es uns schlecht. Wir bekommen beispielsweise Magenschmerzen, Bluthochdruck, Migräne und vieles Ungesunde mehr. Unser Körper schreit also förmlich: „Hör doch auf, dich zu ärgern.“ Meistens denken wir das auch – und kommen trotzdem aus dem Ärger nicht heraus.

Der Grund dafür liegt darin, dass wir denken, dass eine andere Person, nämlich die, über die wir uns ärgern, Schuld daran ist, dass wir uns ärgern. Wer sich über andere ärgert, glaubt dies meist selbstverständlich. Doch solange wir diesem Irrtum unterliegen, hört der Ärger nicht auf. Denn wir selbst sind es, die diese Ärgermaschine in uns in Gang setzen, und zwar genau durch den Glauben, dass der andere Schuld sei.

Jetzt höre ich schon die Widersprüche. „Soll ich jetzt auch noch selbst Schuld sein, wenn ich mich über jemanden ärgere, der einfach Mist gebaut hat?“ Genau so ist es, auch wenn du das nicht wahrhaben willst. Aber ärgere dich nicht über meine Aussage, sondern prüfe in Ruhe, worauf ich hinweise.

Ich lese gerade das Buch „Web Attack- Der Staat als Stalker“ von Roman Maria Koidl, Internet-Berater von Peer Steinbrück. Unser Denken und Fühlen wird längst schon vermarktet. Er vertritt und begründet seine Thesen: 1. Wir befinden uns auf dem Weg in die moderne Sklaverei. 2. Auf uns kommt Cyberkriminalität ungeahnter Dimension zu. 3. Das Internet wird die nationale Rechtsstaatlichkeit beenden – unser Grundgesetz wird faktisch ausgehebelt. 4. Die totale Überwachung – Wir müssen uns jetzt wehren. 5. „Diktatur“ wird privatisiert. Er malt nicht in Horrorszenarien der Zukunft sondern er beschreibt die Tatsachen, die heute stattfinden. Und ich finde die Punkte 1., 4. und 5. in vielen Berichten meiner Patienten über die Zustände in Betrieben, Verwaltungen und Schulen wieder. Sie dürfen nicht offen darüber sprechen, weil sie die Arbeit verlieren, aus dem Dienst entlassen werden oder weil sie wegen Verleumdung angeklagt und so mundtot gemacht werden. Nur in der Therapie wagen sie die Zustände der Überwachung, Ausbeutung, Aushebelung des Rechtsstaats und der psychischen Diktatur zu beschreiben. Sie wissen, dass ich meine Schweigepflicht selbstverständlich einhalte.

Was hat das mit Ärger zu tun? Über das, was mit Menschen hier und in der ganzen Welt gemacht wird, darüber könnte ich mich unablässig ärgern, oder noch heftiger von Wut, Zorn und Hass gebeutelt werden. Und schließlich am Herzinfarkt auf oder auf andere Weise kaputtgehen. Nö, dazu habe ich keine Lust. Wer sich diesen negativen Gefühlen hingibt, geht darin unter. Meine Antwort auf das, was nicht in Ordnung ist, habe ich in der Hand, niemand anders. Schon vor Jahren hat es mich beschäftigt, dass es doch noch eine andere Antwort geben muss, als die Dinge, die nicht gut sind, zu verdrängen und daran krank zu werden oder an Ärger/Wut/Hass zu ersticken. Für mich habe ich sie gefunden, und vielleicht kannst du damit auch etwas anfangen. Ich werde ganz ruhig und rege mich nicht mehr auf. Ich schaue mir meine Probleme und die der anderen Menschen genau an, bis ich verstehe, was da geschieht. Dann handle ich und tue das, was ich wirklich tun kann. Ich denke nicht darüber nach, was ich tun könnte. Das ist nur eine Flucht vor den Tatsachen, eine Flucht in Gedankenwelten. All das Negative setzt in mir Energien frei für Andersleben gemeinsam mit anderen, das ist lebensnotwendig, und es gefällt mir viel besser, als mich zu ärgern. Ich weiß, viele Fragen tauchen auf. Im nächsten Brief mehr darüber.

Kommentare:

Schreiben Sie einen Kommentar.

Bisher keine Kommentare.

20.12.2013

nach oben